Altgriechisch – Sprache der griechischen Antike

Altgriechisch bezeichnet in der Sprachwissenschaft die Sprache der griechischen Antike. Es gilt wegen seiner abweichenden Phonetik und seines andersartigen Vokabulars als eigenständiger Zweig der indogermanischen Sprachen und wurde nicht nur im griechischen Mutterland selbst, sondern im gesamten östlichen Mittelmeerraum und später auch in den Provinzen des Römischen Reiches gesprochen.

Viele altgriechische Wörter stammen aus den ägäischen Sprachen, die vor der Ankunft indogermanischer Stämme auf den griechischen Inseln gesprochen wurden. Wissenschaftler fanden heraus, dass auch das Minoische (die auf der Insel Kreta gesprochene Sprache) das Altgriechische wesentlich beeinflusst hat.

Von den Anfängen bis heute

Die Einführung der griechischen Schrift datiert in das 8. vorchristliche Jahrhundert. Das griechische Alphabet wurde aus dem phönizischen Alphabet entwickelt. Gesprochen wurde das Altgriechische bis etwa 300 v. Chr. Die jüngsten Schriftzeugnisse stammen aus dem 6. nachchristlichen Jahrhundert, dem offiziellen Ende der griechischen Antike. Der attische Dialekt gilt als die klassische griechische Sprache.

Die Werke des berühmten Philosophen Platon und die des Dichters Sophokles sind in diesem Dialekt verfasst. Ältestes bekanntes literarisches Werk sind die Epen des griechischen Dichters Homer, die im ionischen und äolischen Dialekt geschrieben wurden, einer Sprachform, die im 9. und 8. vorchristlichen Jahrhundert Alltagssprache der Menschen an der Westküste der heutigen Türkei und der ägäischen Inselwelt war. Das Altgriechische beeinflusste über Philosophie, Geschichtsschreibung, Naturwissenschaften, Dichtung, Musik und Theater die kulturelle Entwicklung des Abendlandes. Als Sprache des Neuen Testaments förderte es die Ausbreitung des Christentums.