Das antike Hellas

Wenn man von der griechischen Antike spricht, meint man die Zeit vom 8. Jahrhundert v. Chr. bis zum Jahr 146 v. Chr., als Griechenland dem Römischen Reich einverleibt wurde. Die Geschichte des antiken Griechenland besteht aus zwei Epochen: der archaischen Periode (700 bis 500 v. Chr.) und der klassischen Periode (500 bis 336 v. Chr.).

Frühzeit und Blüte der griechischen Kultur

Während der archaischen Zeit kam es in ganz Griechenland zur Bildung von Stadtstaaten, von denen Athen und Sparta die größten und politisch bedeutsamsten waren. Alle Stadtstaaten hatten eine Akropolis und eine Agora (Marktplatz als wirtschaftliches und politisches Zentrum). Die Macht des Königtums schwand, während der Adel politisch und wirtschaftlich einflussreicher wurde. Alle Vollbürger einer Polis hatten das Recht, am politischen Leben ihrer Stadt teilzuhaben. Starkes Bevölkerungswachstum innerhalb der Städte und Mangel an lebensnotwendigen Gütern führten zur Kolonisation des östlichen Mittelmeerraumes. Die klassische Antike war die Blütezeit der griechischen Kultur: Bedeutende Bauwerke wie die Athener Akropolis wurden geschaffen, in Athen wurde die Demokratie zur Herrschaftsform. Während dieser Zeit entstanden auch die Grundlagen der griechischen Philosophie, Mathematik und Physik. Bedeutende Geschichtswerke wurden geschrieben (Herodot, Thukydides). Die olympischen Spiele erfreuten Sportbegeisterte aus Griechenland und den griechischen Kolonien. Das Orakel von Delphi tat Bedeutsames kund.

Der griechische Mensch konstruiert sich seine Welt

Um sich die Erschaffung der Welt und seine eigene Existenz erklären zu können, erfand der griechische Mensch die Mythologie. Mythen sind Geschichten, in denen Götter, Halbgötter, Heroen (Helden), mythische Ungeheuer, mythische Tiere und Menschen vorkommen. Die ältesten Mythen werden in den Epen Homers (Ilias, Odyssee) und den Göttergeschichten Hesiods erzählt. Im 5. vorchristlichen Jahrhundert entstanden die ersten Götter-Genealogien. Die antiken literarischen Zeugnisse werden durch bildliche Darstellungen (rotfigurige attische Vasenbilder) ergänzt. Manche Mythen existieren überhaupt nur in Form von Bildern. Zu den wichtigsten Mythen der griechischen Antike gehört Hesiods Theogonie, die die Entstehung der Welt und der Götter beschreibt.